Kind mit eigenem Einkommen

Während wie viel Stunden darf das Kind arbeiten?

Bis zum 31. August des Kalenderjahres, in dem es 18 Jahre alt wird, hat es uneingeschränkt Anrecht auf Kindergeld. Es besteht keine Einschränkung bezüglich der geleisteten Stunden oder seines Einkommens. 

Ab dem 1. September des Jahres, in dem es 18 Jahre alt wird, gibt es jedoch Bedingungen, die von seiner Situation abhängen.

Das Kind folgt den Sekundar- oder Hochschulunterricht

  • Im Schul- / akademischen Jahr (1., 2. und 4. Quartal) dürfen sie höchstens 240 Stunden pro Quartal arbeiten. Nur die Tage, an denen tatsächlich gearbeitet wird, werden berücksichtigt (z.B. keine bezahlten Feiertage).
  • In den Sommerferien (3. Quartal):
    • Wenn sie nach den Ferien weiterstudieren, dürfen sie in den Sommerferien uneingeschränkt arbeiten.
    • In den letzten Sommerferien nach ihrem Studienende dürfen sie insgesamt höchstens 240 Stunden in den Monaten Juli, August und September arbeiten. Nur die Tage, an denen tatsächlich gearbeitet wird, werden berücksichtigt (z.B. keine bezahlten Feiertage).

Achtung!

Für Schulabgänger nach dem Sekundarunterricht enden die letzten Sommerferien am Ende des Monats August. Im September dürfen sie als Arbeitssuchende höchstens € 541,09 brutto verdienen.

Die Arbeitsstunden werden über die LSS-Erklärung des Arbeitgebers überprüft.

Beispiel
Peter ist Student.
In den Monaten Januar, Februar und März arbeitet er insgesamt 250 Stunden.
Für dieses Quartal hat er kein Anrecht auf Kindergeld.

Das Kind folgt einem Teilzeitunterricht, einer dualen Ausbildung oder steht unter Lehrvertrag oder Praktikumsvertrag

Es hat Anrecht auf Kindergeld, wenn sein Einkommen (aus einer Arbeit, einer selbstständigen Tätigkeit oder aus Sozialleistungen) € 541,09 brutto monatlich nicht übersteigt.

Beispiel
Peter steht unter einem Lehrvertrag.
Im Januar verdient er mehr als € 541,09 brutto.
Für den Monat Januar ist kein Kindergeld geschuldet.

Das Kind arbeitet als Selbstständiger, ist älter als 18 und folgt dem Sekundarunterricht oder dem Hochschulunterricht ?

Wenn es sich um eine Nebentätigkeit als Selbstständiger handelt, ohne Sozialbeiträge: Es behält sein Anrecht auf Kindergeld.

Wenn es sich um eine Haupttätigkeit als Selbstständiger handelt:  Die Kindergeldkasse nimmt an, dass die erlaubte Stundenzahl (höchstens 240 Stunden pro Quartal) oder sein Einkommen (höchstens € 541,09 brutto pro Monat) zu hoch sind. Wenn es beweisen kann, dass es den Grenzwert nicht überschreitet, hat es trotzdem Anrecht auf das Kindergeld.

Beispiel
Peter ist Student.
Am 1. Januar startet er eine Tätigkeit als Selbstständiger.
Hierfür muss er seiner Sozialversicherungskasse Sozialbeiträge zahlen.
Er hat kein Anrecht auf Kindergeld, da die Kindergeldkasse annimmt, dass die Norm von 240 Stunden pro Quartal überschritten wird.

Das Kind bezieht eine Sozialleistung, ist älter als 18 und folgt dem Sekundarunterricht

Seine Sozialleistung stammt aus einer erlaubten Arbeit (höchstens 240 Stunden pro Quartal, unbegrenzt während der Sommerferien zwischen zwei Schuljahren) (zum Beispiel Urlaubsgeld, Entschädigung für Arbeitsunfähigkeit): es hat Anrecht auf Kindergeld.

 Es bezieht eine durch das ÖSHZ gezahlte Zulage: es hat Anrecht auf Kindergeld.

 Es erhält ein Wartegeld oder Arbeitslosengeld oder eine Zulage für eine Laufbahnunterbrechung: es hat kein Anrecht auf Kindergeld.

Das Kind ist beeinträchtigt

Ein Kind, das durch den FÖD Soziale Sicherheit als beeinträchtigtes Kind anerkannt wurde, hat uneingeschränkt Anrecht auf das gewöhnlichen Kindergeld und auf den Zuschlag bis zum 31. August des Jahres, in dem es 18 Jahre alt wird.

Ab dem 1. September des Jahres, in dem es 18 Jahre alt wird, gilt Folgendes:

Wenn es zu arbeiten beginnt, auch unter Lehrvertrag oder im Rahmen einer dualen Ausbildung, muss es dies dem FÖD Soziale Sicherheit mitteilen. Dieser kann entscheiden, eine neue Bewertung vorzunehmen. Wenn der FÖD Soziale Sicherheit beschließt, dass das Anrecht auf Kindergeld weiterhin bestehen bleibt, hat der Jugendliche auch nach dem 1. September des Jahres, in dem er 18 Jahre alt wird, in den folgenden Fällen darauf Anrecht:

  • Wenn er in einer beschützenden Werkstätte arbeitet.
  • Wenn er unter einem IBU-Vertrag (individuelle Berufsausbildung im Unternehmen) arbeitet
  • Wenn er unter Lehrvertrag oder im Rahmen einer dualen Ausbildung oder eines Vertrags über eine berufliche Einarbeitung arbeitet und wenn seine Einkünfte € 541,09 brutto monatlich nicht übersteigen.
  • Wenn er studiert und eine bezahlte Tätigkeit ausübt (Tätigkeit im Rahmen eines Arbeitsvertrages, einschließlich eines Vertrages als Student oder eines Statutes oder jeder Tätigkeit als Selbstständiger). Diese Tätigkeiten dürfen höchstens während 240 Stunden pro Quartal ausgeübt werden und uneingeschränkt während der Sommerferien zwischen zwei Schuljahren.
  • Wenn er eine Sozialleistung erhält nachdem er eine der vorstehenden Tätigkeiten ausgeübt hat oder wenn er ein Wartegeld erhält.
  • Wenn er einem Teilzeitunterricht oder einer dualen Ausbildung folgt und seine Einkünfte € 541,09 brutto monatlich nicht übersteigen.